Ratgeber Stürme
Hurrikan- und Taifunsaison: Wann sie beginnt, wann sie ihren Höhepunkt erreicht und wie Stürme zu ihren Namen kommen
Tropische Wirbelstürme entstehen fast in jedem Monat des Jahres irgendwo auf der Erde, doch jeder Ozean hat seine eigene Saison. Hier erfährst du, wann sie jeweils beginnt, wann sie ihren Höhepunkt erreicht und wie die Stürme ihre Namen bekommen.
Aktualisiert am 4. November 2026
Die Saisons, Ozean für Ozean
| Ozean | Offizielle Saison | Aktivste Zeit |
|---|---|---|
| Nordatlantik, Karibik, Golf von Mexiko | 1. Juni – 30. November | Mitte August bis Mitte Oktober; der Höhepunkt liegt um den 10. September |
| Östlicher Nordpazifik (Mexiko) | 15. Mai – 30. November | Juli bis September |
| Zentraler Nordpazifik (Hawaii) | 1. Juni – 30. November | Juli bis September |
| Westlicher Nordpazifik (Taifune) | Ganzjährig | Juli bis Oktober |
| Nördlicher Indischer Ozean (Golf von Bengalen, Arabisches Meer) | Ganzjährig | Zwei Höhepunkte: April bis Juni und Oktober bis Dezember |
| Südhalbkugel (Australien, Südpazifik, südwestlicher Indischer Ozean) | 1. November – 30. April | Januar bis März |
Stürme können auch außerhalb dieser Zeiträume entstehen; die offizielle Saison umfasst die Zeit, in der sich fast alle bilden.
Warum Stürme eine Saison haben
Tropische Wirbelstürme beziehen ihre Energie aus warmem Meerwasser, das meist bis in etwa 50 Meter Tiefe mindestens 26,5 °C warm ist. Außerdem brauchen sie feuchte Luft und schwache Winde in der Höhe, damit der Sturm nicht auseinandergerissen wird. Diese Bedingungen treffen in jedem Ozean im Spätsommer und Frühherbst zusammen, wenn das Meer am wärmsten ist.
Im nördlichen Indischen Ozean bringt der Sommermonsun starke Höhenwinde, die Stürme auseinanderreißen – deshalb hat die Saison dort mitten im Sommer eine Pause.
Wie Stürme benannt werden
Namen machen es leichter, über Stürme zu sprechen und vor ihnen zu warnen, vor allem wenn mehrere gleichzeitig auftreten. Die Listen werden von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) festgelegt, und jeder Ozean hat seine eigene.
- Atlantik und östlicher Pazifik: sechs alphabetische Namenslisten, die nacheinander verwendet werden, sodass jede Liste alle sechs Jahre wiederkehrt. Männer- und Frauennamen wechseln sich ab.
- Wenn einer Saison die Namen ausgehen, nutzt der Atlantik heute eine Zusatzliste. Das griechische Alphabet wurde 2005 und 2020 verwendet, nach 2020 aber abgeschafft.
- Westpazifik: Die Namen werden von 14 Ländern und Gebieten der Region eingereicht, und viele sind gar keine Personennamen, sondern Blumen, Tiere und Orte.
- Gestrichene Namen: Nach einem besonders tödlichen oder verheerenden Sturm wird sein Name von der Liste genommen und ersetzt. Katrina, Sandy, Maria und Ian gehören zu den gestrichenen Atlantik-Namen.
Werden die Saisons schlimmer?
Forschende erwarten, dass ein wärmeres Klima einen größeren Anteil sehr starker Hurrikane, heftigere Niederschläge und mit steigendem Meeresspiegel höhere Sturmfluten bringt – aber nicht unbedingt insgesamt mehr Stürme. Jede Saison wird weiterhin von natürlichen Mustern geprägt, etwa El Niño, der den Atlantik eher beruhigt und den östlichen und zentralen Pazifik stärkt, und La Niña, die eher das Gegenteil bewirkt.
Kein offizieller Warndienst. Im Notfall folge den Anweisungen deiner örtlichen Behörden.